Wie geht es mit dem Reisen weiter?

Wohin und vor allem, wie? Trends zum Thema Reiseverhalten waren DAS zentrale Thema auf der Fachmesse der internationalen Tourismus-Wirtschaft (ITB) 2021 - dazu gehört z.B. der Boom des innerdeutschen Urlaubs. Was noch deutlich wurde: Wunsch und Wirklichkeit liegen leider oft weit auseinander...

Vor rund einem Jahr hat die Corona-Krise den "normalen" Lauf der Dinge abrupt ab- und ausgebremst. Ein Lebensbereich, der bis heute darunter leidet, ist das Reisen. Geschlossene Grenzen und Risikogebiete haben unseren Aktionsradius enorm reduziert.

Wie es mit dem Reisen nach eventuellen Lockerungen weitergeht, steht noch in den Sternen. Kein Wunder also, dass die Zukunft des Reisens auf der diesjährigen ITB, die in diesem Jahr in Form einer digitalen Plattform stattfand, eines DER zentralen Themen war. Auch die Kommunikationsagentur Wilde & Partner lud zu diversen Talk-Runden ein, um das Thema im Detail zu beleuchten. Hotels als eigene Destinationen, Boom des innerdeutschen Urlaubs, Natur als zentraler Sehnsuchtsfaktor, Aktivitäten in Kombination mit Genuss und Perspektiven für mehr Nachhaltigkeit wurden u.a. als neue Trends genannt.

Lesen Sie hier die wichtigsten Statements der Gesprächspartner aus den Talks "Quo vadis Touristik?" & "Zukunft des Alpentourismus":

  • „Durch die Pandemie hat (...) insbesondere Urlaub in Deutschland eine vollkommen neue Bedeutung erhalten. Dadurch hat sich das Saarland im vergangenen Jahr zu einer Art Geheimtipp entwickelt", sagte Irakli Gogadze von der Victor's Hotelgruppe.
  • „Im Fränkischen Weinland werben wir schon lange mit dem Slogan ‚Aktiv erleben und genießen', und wir sind damit auch im vergangenen Sommer sehr gut gefahren", so Geschäftsführerin Susanne Müller.
  • Tina Groth-Müller von der Unternehmensgruppe Prinz von Hessen machte deutlich: „Viele Hotels positionieren sich heute selbst als Destinationen und ziehen mit ihrem Erlebnischarakter und attraktiven Angebot die Reisenden an."
  • Patrick Riedlsperger von Zell am See-Kaprun Tourismus blickte mit diesen Worten auf 2020 zurück: „Wir konnten im vergangenen Sommer viele neue Gäste (...) für unsere Produkte begeistern, insbesondere für das Outdoor- und Sportangebot."
  • Laut Michael Gerber, Geschäftsführer der GaPa Tourismus GmbH, eröffnet Covid-19 zwar eine verstärkte Perspektive und Chance für das große Thema Nachhaltigkeit. Allerdings lägen Wunsch und Wirklichkeit oft weit auseinander: „Wenn man sieht, wie sich die Menschen derzeit teilweise im Naturraum bewegen, bekommt man nicht zwingend den Eindruck, dass das viel beschworene neue Bewusstsein für die Nachhaltigkeit im Alltag auch tatsächlich so praktiziert wird."
  • „Es wird ein neues Verständnis für Luxus und Mobilität geben. Die Krise hat als Katalysator einige Megatrends wie Natur und Freiheit als zentrale Sehnsuchtsfaktoren, from global to local oder auch den Nachhaltigkeitsgedanken noch beschleunigt", betonte Dr. Viktoria Veider-Walser, Geschäftsführerin von Kitzbühel Tourismus.
  • Dieter Dubkowitsch, Marktverantwortlicher Deutschland und Österreich der Rhätischen Bahn, warnt vor problematischen Folgen: „Die Bergwelten werden in nächster Zeit eher überrannt werden, denn die Menschen wollen raus und verreisen."
  • Prof. Dr. Alfred Bauer vom Bayerischen Zentrum für Tourismus forderte folgerichtig „eine neue Verträglichkeit in den Destinationen". Gerade im stark frequentierten Alpenraum sei es wichtig, „dass sich die Einheimischen in ihrer Region auch noch wohlfühlen."

Die Gespräche zum Nachhören gibt es bis zum 31. Mai 2021 hier.

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