Benjamin A. Monn

Kunst & Fotografie | Fotografie

Von der konventionellen Abbildung des Raums über die nicht-referentielle Gestaltung der Bildfläche bis hin zur Verwendung von Formfragmenten als Werkstoff für neue, hybride Bildschöpfungen: Der Münchner Fotograf Benjamin A. Monn (*1978) stellt in seinen Werken die überkommene Definition von Architekturfotografie infrage. Monns Architekturaufnahmen lassen sich in drei Werkgruppen einteilen, die den Charakter offener Projekte haben und an denen der Fotograf seit 2002 parallel arbeitet. Im Vordergrund steht in allen drei Gruppen die Auseinandersetzung mit der architektonischen Form.

In einer Gruppe von klassischen Architekturfotografien setzt Monn die in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts am Bauhaus und in der Neuen Sachlichkeit entwickelte und bis heute für das Genre gültige Ästhetik um. Sein Interesse gilt dabei insbesondere der Herausarbeitung grafischer Strukturen und abstrakter Formkriterien. Mit seinen fragmentarischen Aufnahmen architektonischer Details löst Monn sich hingegen fast gänzlich aus dem Paradigma der Gegenständlichkeit. Eine genaue Verortung und Identifizierung der Gebäudeteile ist kaum noch möglich, die Kompositionen erlangen weitestgehend Autonomie gegenüber dem abgebildeten Gegenstand. In einer dritten Werkgruppe wird dieser nicht-referentielle Ansatz mit symmetrischen Fragmentmontagen konsequent weitergeführt. Analog aufgenommene architektonische Details und Raumausschnitte bilden hier das Baumaterial für die konstruktive Weiterverarbeitung der Formen am Computer zu synthetischen Figuren und imaginären Räumen.

Zentraler Gegenstand der Fotografie Benjamin Monns ist nicht mehr ein dokumentarisches Abbild der realen Welt, sondern die grafische Wirkung geometrischer Form und materialer Struktur, die sich im Spiel von Licht und Schatten manifestiert. Die für das Genre Architekturfotografie konstitutive Identifizierbarkeit der Gebäude wird aufgegeben zu Gunsten der isolierten Form und deren Neuorganisation zu eigenständigen Bildschöpfungen.

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