Brigitte Schneider

Kunst & Fotografie | Kunst

BRIGITTE SCHNEIDER malt Ölbilder in gegenständlicher, realistischer, altmeisterlicher Manier. Ihr Thema ist Italien, die Toskana mit ihrer Architektur und Landschaft. Die vermeintliche Idylle jedoch wird gebrochen durch Irritationen, durch verblüffende neue Sichtweisen. BRIGITTE SCHNEIDER verschiebt Realitäten und Ansichten: Da tauchen Häuser in Obstkisten auf, Strandszenen in Terrakottatöpfen, im Aperitifglas steckt ein Sonnenschirm, eine Weinflasche dient als Säule, Steintreppen entpuppen sich als gefaltetes Papier, da trägt ein Weinstock neben Reben auch noch Feigen , Zitronen und Orangen, Zypressen sind mit Geschenkbändern umwickelt, ein Dorf steht auf einem Stuhl, in einem Obstkorb oder befindet sich in einer Reine auf dem gedeckten Tisch, es gibt Spaghetti-Vorhänge, die Straßen sind gepflastert mit Zitrusfrüchten oder Oliven oder Dachziegeln. In Regalen oder Pappkartons stehen Kirchtürme neben Granatäpfeln oder Espressotassen, in die schon mal eine Säule gerät, da ersetzt eine Lauchstange den Deckenbalken, befinden sich Landschaften in Schränken, werden Bilderrahmen in die Luft gehängt und Früchte an die Wand genagelt.

Technik: Ölmalerei auf Leinwand, 4-5 dünne Farbschichten übereinander, Ausarbeitung mit feinsten Pinseln. Die Bilder sind hauptsächlich mit 4 Farben gemalt: Schwarz, Weiß, Terra di Siena und lichter Ocker. Diese Palette ergab sich nach einer Malphase nur in schwarz/weiß. Der Wunsch nach mehr Farbigkeit stellte sich nach und nach wieder ein, dem schwarz/weiß wurde ein terra di Siena zugefügt, später noch lichter Ocker.

"Trugbilder" nennt BRIGITTE SCHNEIDER ihre Arbeiten. Ansichten mediterraner Architektur und Landschaften laden überstrapazierte Sinne zur Flucht ein aus der industriegesellschaftlichen Gegenwart. Bilder der Stadt, ehe sie zur City wurde, Erinnerungen an das Land, ehe es der gleichnamigen, doch industrialisiert betriebenen Wirtschaft in die Hände fiel. Die Einladung zur Erholung in der scheinbar heilen Welt erweist sich auf den zweiten Blick als Warnung vor eigenen Wunschvorstellungen. Die vermeintliche Idylle wird als Trugbild entlarvt, entpuppt sich als Poster, nur mühsam zusammengehalten durch Klebestreifen oder aufgenagelte Rahmen, durch Bänder und Verpackungen der wahren, der Warenwelt. Wo Fantasie noch die bunten Figuren der Commedia dell'arte tanzen lässt, haben Bautrupps der Gegenwart längst ihre Trassierband-Sperren errichtet.

Brigitte Schneider wurde 1946 in Augsburg geboren. Sie studierte Graphik-Design an den Fachhochschulen Kiel und München und wandte sich nach anfänglicher Tätigkeit als Designerin der Malerei und Karikatur zu. Sie lebt seit 2012 in der Toskana.

 

VERÖFFENTLICHUNGEN:

Karikaturen:

Süddeutsche Zeitung | Der Spiegel | Das Parlament | Neue Zürcher Zeitung u.a.

 

AUSSTELLUNGEN:

München 1978, 1985, 1990, 1992, 1996, 1997, 1999, 2001, 2004 ... 2007, 2011

Zürich 1981

Bremen 1983

Gauting 1983, 1989, 1991, 1992, 1996

Semproniano, Toscana 1984, 1992, 2012, 2018, 2019, 2020

Bendorf 1986

Neuwied 1987

Köln 1988

Hamburg 1988, 1989

Wien 1990, 2004

Berlin 1991

Ingolstadt 1992

Brüssel 1993  

Gräfelfing 1995, 1996

Port d'Andratx, Balearen, 1997

Penzberg 1997

Ottobrunn 1998

Nürnberg 2000

Garching 2000, 2004

Montemerano, Toscana 2007, 2008, 2009

 

Deutscher Preis für die politische Karikatur, Belobung 1996

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