5 Eco-Materialien, die Sie kennen sollten

Eco-Materialien wie Bambus, Terracotta & Co sind im Interior-Design aktuell ein absoluter Trend. Wir stellen Ihnen fünf vor, die sich besonders für die Ausstattung im Hotel eignen – Wohlfühlatmosphäre à la Mutter Natur.

Eco-Material 1: Bambus & Rattan

Bambus besteht aus verholzten XXL-Grashalmen, die bis zu 30 Meter hoch werden, Rattan aus den verholzten Trieben von ostasiatischen Rotang-Lianen. Beide Materialien haben gemeinsam, dass sie einerseits sehr schnell wachsen, leicht, flexibel, gut formbar und kostengünstig, andererseits robust und langlebig sind. Entsprechend beliebt sind sie für dekorative Accessoires und filigrane, kleinere Möbelstücke. Zu Leisten gepresst und verleimt, gibt Bambus aber auch einen strapazierfähigen Bodenbelag, Küchenarbeitsplatten und Schneidebretter ab.

Eco-Material 2: Terra Cotta

Wörtlich übersetzt bedeutet dieser italienische Begriff gebrannte Erde. Dafür wird Ton, der als natürliches Material direkt aus der Erde kommt, erst in die gewünschte Form gebracht und dann bei hohen Temperaturen unglasiert im Ofen gebrannt. Danach sind Terracotta-Töpfe oder -Fliesen für Böden und Wände, deren Farben je nach den mineralischen Bestandteilen des verwendeten Tons von gelblich über rot bis braun variieren, dekorative Hingucker mit mediterranem Flair. Große Töpfe oder Amphoren wirken auch pur wie skulpturale Elemente, kleinere am schönsten bepflanzt. Praktisch: je älter, desto mehr Patina und Charakter bekommt Terracotta – ein echter Dauerbrenner.

Eco-Material 3: Naturfasern

Von Baumwolle und Brennnessel über Jute, Hanf, Leinen, Seide und Sisal bis Wolle: Alle diese Fasern pflanzlicher oder tierischer Herkunft gibt es in Bio-Qualität und gefärbt mit natürlichen Pigmenten. Aus ihnen gewebte Textilien – von fein und filigran bis grob und robust – eignen sich für Polstermöbelbezüge genauso wie für Vorhänge, Decken, Kissen, Teppiche oder Wandverkleidungen. Sie verleihen Räumen eine angenehme Atmosphäre und Wärme, schlucken Schall und und fassen sich wegen ihrer besonderen Haptik gut an.

Eco-Material 4: Naturstein

In Sachen Farbe, Festigkeit und Konsistenz ist die Bandbreite bei Granit, Schiefer, Marmor & Co enorm. Diese robusten und langlebigen Bodenschätze sind durch geologische Prozesse entstanden und erzählen ein Stück Erdgeschichte. Als Alleskönner sind sie bruchrau oder glatt poliert drinnen genauso gut wie draußen einsetzbar – von Arbeitsflächen über Waschbecken und Bodenbeläge bis zu Wandfliesen. Wer den CO2-Fußabdruck gering halten will, kann lange Transportwege vermeiden und sich mit deutschen Natursteinen wie Solnhofer Platten eindecken. Deren faszinierende Besonderheit sind fossile Einschlüsse wie Federn, Libellenflügel oder Schneckenhäuser.

Eco-Material 5: Holz

Fichte ist weich und schnell wachsend, Eiche schwer und belastbar, Nussbaum edel und selten. Aber nicht nur bei den Holzarten gibt es enorme Unterschiede. Bei jeder können außerdem Maserung oder Textur variieren, die jedes Stück Holz zu einem Unikat machen. Zu einem echten Naturmaterial für Möbel, Böden und ganze Gebäude wird Holz, wenn es aus nachhaltiger, umweltgerechter Wahlbewirtschaftung ohne Raubbau stammt und ein entsprechendes Siegel trägt. Positiver Nebeneffekt ist die Wirkung von Massivholz aufs Raumklima: Mit seiner porösen Oberflächenstruktur kann es Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.

Buchtipp: „Eco Materials: Wohninspirationen"

Nachhaltigkeit ist heutzutage beim Gestalten von Wohnräumen genauso wichtig wie Schönheit und Funktionalität; immer mehr Designer:innen achten auf eine enge Verbindung zur Region, die Transparenz der Produktionsmethoden und die Nachhaltigkeit und Herkunft der Materialien – so die Ansicht der britischen Einrichtungsjournalistin Claire Bingham. Welche das sind und wofür sie sich eignen, erklärt sie in ihrem neuen Buch „Eco Materials: Wohninspirationen" (teNeues, 29,90 €). Großformatige, schön gestylte Fotos und Texte in Deutsch und Englisch zeigen auf 192 Seiten Wohlfühlatmosphäre à la Mutter Natur – von Nicky Dobrees alpinen Luxus-Chalets bis zum Bürgenstock Waldhotel in Luzern, gestaltet von Matteo Thun & Partners.

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