Editorial | Dem lieben Gott ganz nah

20.07.2023
Kaum eine Reise hat mich so tief berührt, wie diese. Bzgl. Safaris war ich immer eher skeptisch; seit es jedoch Eco Safaris gibt, die nicht nur einen geringen Fußabdruck verursachen, sondern deren Erlös in den Schutz der Tiere sowie die
Schaffung von Arbeitsplätzen und Schulen für Einheimische fließt (wie bei Great Plains) habe ich mich gern darauf eingelassen.

Der Inlandsflug in der kleinen Zehn-Personen Maschine über die Massai Mara war schon recht eindrucksvoll. Die Landung auf einer kleinen Schotter-Piste mitten im Busch war dann der Beginn unseres Abenteuers. In the middle of nowhere standen ein großer Jeep sowie Steve, unser Guide, der für die nächsten drei Tage der fast ständige Begleiter unseres Abenteuers sein sollte. Mit heißem Tee und Sesambällchen gestärkt, aber kaum seelisch richtig angekommen in diesem so fremden Land Kenia, wurde schon die Fahrt vom Air Strip zu unserem Camp zur eindrucksvollsten "Game Show" (Game=Wildtier), die man sich nur vorstellen kann. Es ist ein wenig wie im Traum, wenn man Dinge erlebt, die nicht möglich sind...

Den ersten Anblick einer frei herumlaufenden Giraffe, die sich die obersten Blätter eines ausgewachsenen Baumes schmecken ließ, werde ich nie vergessen; ebenso wie meine erste Elefantenherde, meinen ersten Löwen, Büffel, Zebra, Geier, Nilpferd, Gazelle... ganz zu schweigen von dem Leoparden, der mich mit seinen hellgrünen Raubkatzenaugen intensiv ins Visier nahm. Und das alles in einem Auto ohne Scheiben...

Angesichts dieser unermesslichen Schönheit der Tiere, die sich frei in der herrlichen unberührten Landschaft bewegen, wird man sehr andächtig. Und wenn einem dann klar wird, dass man nicht in einen von Walt Disney künstlich erschaffenen Riesen-Zoo gefahren ist, sondern, dass dies die natürlichen und ursprünglichen Umstände auf der Welt sind, in die wir Menschen unsere Städte und Straßen gebaut haben, dann wird man sehr demütig...

So ging es wohl auch den beiden erfolgreichen amerikanischen Tierfilmern Beverly und Dereck, die sich in dieses Land verliebten und es sich zur Aufgabe machten, die Tiere vor Wilderei zu schützen sowie die Massai zu unterstützen. Mit ihrer Stiftung unterhalten sie inzwischen 14 wunderschöne Camps, die ausgesprochen umweltbewusst und nachhaltig geführt werden und in denen es dennoch an keinem Komfort, im Rahmen dessen, was möglich und angebracht ist, mangelt. Die vielen Arbeitsplätze, die durch Great Plains geschaffen wurden, sind von charmanten und fröhlichen Menschen aus der jeweiligen Region besetzt, mit denen es Spaß macht zu scherzen und ihnen von den Erlebnissen des Tages zu erzählen. Beim Sundowner, der am offenen Feuer auf der Terrasse serviert wird, unterhält man sich mit dem Camp-Manager über die eindrucksvollen Erlebnisse des Tages, redet über den FC Bayern München oder erzählt seinen schlechtesten Lieblingswitz. Die Lache höre ich noch heute in meinem Ohr...

Ihre Regine Geibel

HIER ZUR HOTELPRÄSENTATION MARA NYIKA